anna baranowski


 


my mom always told me I could make gold out of shit but diamonds are a girl`s best friend
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Diamant (0,18ct) gepresst aus der Asche von 4kg menschlichem Kot

Wengeskulptur 165 x 25 x 25cm mit Gravur + Linse

2014


Realisiert mit Unterstützung der Kulturstiftung des Freistaats Sachsen


Ein kollektiver, generationsübergreifender Wunsch in unserer Gesellschaft ist es, mit wenig Mühe und Aufwand zu Ruhm und Reichtum zu gelangen. Mit einem simplen Bildnis eines Statussymbols wird der Wertbegriff des ´Kunstwerkes` hinterfragt. Aus dem persönlichsten, jedoch wertlosesten Abfallprodukt der Existenz der Künstlerin wurde Kohlenstoff gewonnen, aus dem innerhalb von fünf Monaten im HPHT-Verfahren ein echter Diamant gepresst wurde. Funkelnd im mystischen Gewand, dreht dieser sich im tiefen Schwarz und reflektiert durch seine charakteristische Beschaffenheit Licht in das Auge des Betrachters. Durch eine spezielle Linse, die den Diamanten erst scharf zeichnet, wenn sein Betrachter dem Werk nur wenige Millimeter fern ist, wird eine Intimität zwischen Werk und Rezipient provoziert. Zudem dient das mystische Gewand der Wengeskulptur der sicheren Abschottung und damit einer Überhöhung der Wertigkeit des Objekts.

Anna Baranowskis Verfahrensweise stellt eine Parallele zur Verfahrensweise des Kunstmarktes dar. Idee > Bearbeitung eines wertlosen Materials > Schaffen einer Form > Endschliff > Präsentation im rechten Licht > Ernennung zur Kunst > Platzierung im Kunstkontext > das Verschanzen an Orten des Prestiges: All diese Schritte erzeugen den Wert eines Kunstwerkes. Der Kunstmarkt bestimmt über Fall oder Aufstieg eines Künstlers. So unterliegt dieser der absoluten Abhängigkeit von Kritikern und Mäzen seiner Zeit. Dies ist nichts Neues, jedoch bedarf es nicht nur der Ernennung zur Kunst, der Publikation des Werkes oder der Reflexion der Gesellschaft, sondern auch der absoluten Häutung des Künstlers als exhibitionistischen Akt, um in der Kunstwelt Gehör zu finden. Auf der Suche nach Glaubwürdigkeit lebt der Künstler stets mit dem Risiko von der Kunstwelt deskreditiert zu werden… oder schlimmer, mit dem Risiko von ihr ignoriert zu werden.